Viele Nutzer, wenig Spaß

Aug 24 2009

Das Internet ist nicht nur ein Medium um Wissen über relevante Themen zu tauschen, sondern auch ein Medium in dem immer mehr Menschen Spaß suchen. Qualität hat das Internet durch lol-Katzen und „witzige“ YouTube Videos verloren. Die witzigen YouTube Videos sind meist, irgendwelche Jugendliche die irgendeinen Blödsinn im betrunkenen Zustand gemacht und gefilmt haben. Ich will mich hier allerdings nicht über den oft sehr miesen Unterhaltungswert der YouTube Videos ärgern, sondern mich über den Spaß in virtuellen Welten aufregen. Diese virtuellen Welten werden in online Rollenspiele verpackt und sind meist kostenpflichtig. Wichtig bei der Entscheidung des eigenen online Rollenspiels ist allerdings die Anzahl der Nutzer!

Leider bin ich süchtig. Sehr süchtig. Wenn es eine Möglichkeit geben würde, dann würde ich ausschließlich mit online Rollenspiele mein Lebensunterhalt verdienen. Gibt es aber nicht, also muss man doch irgendetwas eigenes schaffen. Auf meiner Suche nach dem perfekten online Rollenspiel musste ich viele Hirnzellen verlieren und bin dennoch nicht fündig geworden. Das bekannteste Rollenspiel und welches ich auch noch heute aktiv Spiele ist jedem aus dem Fernsehen oder von irgendwelchen bunten, blinkenden Werbeanzeigen auf YouTube bekannt.

Diese Welt der Kriegskunst bietet für einen Spieler viel Auswahl an Spielmöglichkeiten, allerdings muss man bei diesem Spiel seinen gesunden Menschenverstand und seinen Trieb anderen zu helfen einfach mal ausschalten. In diesem Spiel geht es seit Jahren nur noch um das eine: DER PERSÖNLICHE RUHM! Man denkt, dass ein Spiel Spaß machen sollte. Aber dennoch findet man in diesem Spiel nur noch Möglichkeiten die es dem Spieler erlaubt das Spiel als harte Arbeit zu betrachten. „Mal eben“ geht in diesem Spiel gar nicht. Entweder man opfert 3 Stunden oder man lässt es sein. Den Entwicklern ist es sowieso egal, solange wir Spieler monatlich 13€ auf deren Konto überweisen und eventuell noch alle zusätzlichen Erweiterungen kaufen. Was bei 11,5 Millionen Spieler für die Entwickler sehr viel Heu ist.

Ich spielte auch andere Spiele, außer das Spiel mit den zwei Groß- und dem einen Kleinbuchstaben in der Mitte. Viele davon waren gut. Richtig gut. So gut das es nicht lange gedauert hat, bis die richtig schlecht wurden. Wenn man nun versucht einen Spieler aus dem besagten Spiel dazu zu bringen, dass er doch auch mal ein anderes Spiel testen könne, dann trifft man meist auf Ignoranz. Man erhält Antworten wie „Da sind so wenig andere Spieler“, „Die Grafik ist zwar schön, aber nicht bunt genug“ oder „Kann man da auch fliegen?“.

  1. Man trifft garantiert nie auf 11,5 Millionen Spieler gleichzeitig. Es macht bei Spiel kein Unterschied ob es nun 3000 oder 11,5 verschiedene Personen spielen. Nur ist es wahrscheinlicher, dass es das Spiel mit 11,5 Millionen Spielern auch noch die nächsten zeh Jahre geben wird.
  2. Grafik ist bei einem Spiel nie wichtig. Ein Bilderbuch ist auch nicht besser als ein normales Buch, nur weil dort Bilder vorhanden sind. Oder liege ich da falsch?
  3. Fliegen – der Menschheitstraum. Alle wollen fliegen, allerdings ist das in allen Spielen meist so unnütz. Stellt euch ein Land vor in dem es keine Hügel gibt. Wieso sollte man dort fliegen? Diese Antwort von den Spielern ist Wortwörtlich ohne Wissen.

In den kleineren Spielen gibt es einen großen Vorteil: Die Entwickler hören auf die Spieler und die Spieler halten zusammen. So gibt es selten Einzelkämpfer oder Leute die meinen jeden beleidigen zu müssen der eine Frage stellt.
Zusammenhalt ist alles und bekanntlicher maßen: Die Größe entscheidet nicht alleine, sondern die Technik.

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3 Leserbriefe

  1. Wenn du dir nicht die Laune verderben lassen willst von miesen YouTube Videos, dann empfehle ich dir mal vimeo.com. Da findest du schon eher etwas fürs Auge, mit mehr Sinn und Qualität.

    WoW, ja, ich spiele auch, aber die Kontrolle ist noch da. Zwischendurch einfach mal ausloggen, etwas anderes tätigen, ein gutes Buch in die Hand nehmen und sich nicht vom virtuellen Druck einholen lassen.

    Beste Grüße

    Florian

  2. Also ich habe noch nie MMORPGS gemocht, fuer mich ist das groesste Rollenspiel wenn schon Twitter, obwohl es da die Rolle des wirklichen ichs ist die es spannend macht, das Spiel wie schnell man neue Followers kriegt und gute Twitter-Freunde findet.

    Bzgl. Youtube moechte ich jedoch anmerken, dass trotz der vielen nutzlosen Videos ich dies eine enorm nuetzliche Ressource fuer kurze Unterhaltung finde, vor allem im englischsprachigen Bereich finden sich viele gute Youtube, und bei einer Zahl um die 60 Abbonements hat man taeglich gute Videos zur zufriedenstellenden Unterhaltung.

  3. @ Michael Hubbard: Zum Thema YouTube muss ich dir Recht geben. Wahrscheinlich ist das Beispiel YouTube nicht sehr passend, da auf deutschen Portalen (MyVideo, Clipfish) meist mehr Müll unterwegs ist. Ich habe auch einige lieblings YouTuber, die allerdings fast alle auf Englisch sind. Aus dem deutschen Bereich kommt kaum was, was mir wirklich gut gefällt.

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